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Antwort schreiben | 18.12.11 00:39 motoki 
 | welche methode? hallo,
bei mir wurde heute ein leistenbruch diagnostiziert. ich habe schon seit einigen wochen immer wieder ein komisches ziehen im linken hoden gespürt und dachte, es wären zu enge hosen schuld. ich versuchte es zu ignorieren. allerdings kam dieses unangenehme gefühl heute öfters und ich bemerkte nun auch dass ich eine kleine beule links unterhalb des nabels hatte.
nun, ich mus operiert werden.
ich habe methoden mit netz gefunden, "minimal repair" und shouldice.
ich möchte irgendwie kein kunststoffnetz in mir haben. dafür nehme ich auch gern einen 3-tägigen krankenhausaufenthalt in kauf.
hat jemand erfahrungen mit shouldice? wie groß bleiben die narben?
hat jemand erfahrungen mit minimal repair?
würde mich sehr über antworten freuen!
übrigens: bin männlich und 27. | 18.12.11 09:52 IanStorm 
 | Re: welche methode? Hallo Motoki,
ließ mal die letzten beiden Themen, da steht eigentlich alles drin. Beim Shouldice Verfahren war ich ca. 30 Jahre alt, nach der OP hatte ich sche… Schmerzen, war 7 Tage im Kranken-haus, 6 Wochen krankgeschrieben, eine Narbe von ca. 10 cm Länge. Nach 16 Jahren rezidiv.
Beim TAPP Verfahren dieses Jahr, sind beide Seiten mit Netz gemacht worden und ich hatte die Beschwerden wie in meinem letzten Beitrag beschrieben. Konnte mich mit dem Gedanken zwei Netze in mir zu haben auch nicht richtig anfreunden. Aber nach nun 6 Wochen postoperativ, kann ich sagen dass ich die Netze nicht mehr spüre. Das Hämatom hat sich aufgelöst, habe zwar Hier und Da noch ein Zwicken und Zwacke, doch soweit ok. Alles in allem war ich bei der Minimalinvasiven TAPP Version mit Komplikationen 3 Wochen Im Krankenhaus, hatte 2 Operationen (durch die Not-OP), unzählige Besuche anschließend beim HA, (wegen Sonographie und Blutabnahme), bin immer noch krankgeschrieben weil die Anzahl der Leukos noch bei 18.000-25.000 liegt. Also irgendwo im Körper immer noch eine Entzündung rumgeistert. Habe jetzt 3 Narben auf dem Bauch alle ca. 3-4 cm lang. Und die sieht man besser als die 10 cm lange in der Leistengegend. Was jetzt schonender ist? Keine Ahnung? Kann bei dir, alles ganz anders verlaufen!
Gruß Ian | 18.12.11 14:43 motoki 
 | Re: welche methode? hallo ian,
danke für deine antwort.
ich habe ja wirklich nun einiges an infos gelesen. leider gibt es anscheinend nicht DIE methde, denn manche ärzte tendieren mehr zum shouldice, manche nur noch zu netzen, etc...
die TAPP methode war jene die für mich am wenigsten in frage kommt, da tendiere ich noch eher zu TEP.
im grunde möchte ich eine operation, die mit so wenig wie möglich fremdkörpern auskommt und gleichzeitig schonend ist.
tja, beim shouldice hat man dann allerdings eine große narbe, darauf bin ich jetzt auch nicht gerade scharf.
ich finde die ganze situation so furchtbar nervig. ich habe ohnehin schon andere gesundheitlichen probleme und war gerade dabei, diese in den griff zu bekommen und nun das...
sag mal ian, du hast im anderen thread geschrieben, du würdest zum offenen verfahren raten. warum? | 18.12.11 20:01 IanStorm 
 | Re: welche methode? Hallo,
ja offenes Verfahren, da es ohne Fremdkörper auskommt. Und wenn man unter 30 ist, bevorzugen viele Ärzte das Verfahren. Meine Narbe ist zwar 10 cm lang, aber wenn man nicht weis das sie da ist, sieht man die gar nicht. Hat man z.B. eine Badehose an, ist sie eh verdeckt. Durch den minimal invasiven Eingriff beim letzten mal, habe ich drei Narben mitten auf dem Bauch. Eine 4 cm lang direkt über dem Nabel, und dann zwei, ca. 3 cm lang, rechts und links ca. 10 cm neben dem Nabel. Und die fallen auf!!!
TEP Verfahren habe ich auch überlegt, aber da kann es Probleme geben das die Netze verrutschen. Beim TAPP Verfahren gab es hin und wieder Probleme mit den Klammern die die Netze festhalten. Da ich die nicht auch noch drin haben wollte (die Klammern), sind meine Netze reingeklebt worden. Wenn ich so alt wäre wie du, würde ich es noch mal nach Shoudice machen lassen. Rezidivrate ist aber höher. Andererseits wenn die Netze irgend wann mal raus müssten, aus irgend einem Grund. Na dann gute Nacht! Das ist dann ein ziemliches gefrickel. Egal wie und von wem. Das optimale für einen zu finden ist wirklich schwer. Und Probleme kann es immer geben. Hab ich ja bei mir gesehen. Chefarzt hat selbst operiert, hat wirklich genügend Erfahrung..., näääh meine Patienten gehen nach zwei Tagen nach hause und nach einer Woche arbeiten… so klingt es mir noch im Ohr. Danke schön, aber mir hat es nicht viel genutzt. Dann kommen so Sprüche von den Ärzten, ja sie neigen zu Blutungen usw. Hab ich nie Probleme mit gehabt und ich hatte schon einige OP’s. Trümmerbrüche, Bandscheiben usw. Vielleicht hat man ja bei der ersten OP etwas verletzt. Wie auch immer, ich mache keinem einen Vorwurf. Passieren kann halt immer was, dann muß man es in Ordnung bringen und fertig.
Ich hatte dieses Jahr auch meinen vierten Bandscheibenvorfall und war froh ihn mit einer Reha ohne OP in den Griff bekommen zu haben. Dann das. Und dann noch mit Not-OP usw. Dabei müsste ich für meinen Rücken vier – fünf mal die Woche zum Training gehen. Das hat der liebe Doc mir aber im Moment untersagt. Nach nun 9 Wochen ohne Training, habe ich schon wieder Ausstrahlungen ins linke Bein. Ist schon alles lustig. Wie das Leben so spielt. Auf jeden Fall wird es nie langweilig, lol. Naja, wer bis zum Hals in der Schei… sitzt, sollte nicht den Kopf hängen lassen Im Endeffekt sage ich mir immer: Lieber reich und gesund, als arm und krank. (Lach)
Gruß
Ian | 22.12.11 01:41 motoki 
 | Re: welche methode? danke für deine antwort.
ich glaube meine zweite leiste ist jetzt auch gebrochen. es fühlt sich ein bisschen so an. wenn es keine einbildung ist, dann seh ich auch eine kleine schwellung, allerdings eine kleinere als auf der anderen seite.
da hatte ich mich jetzt schon für shouldice entschieden und nun macht mir da mein körper einen strich durch die rechnung.
irgendwie hab ich jetzt angst, dass das jeden tag weiter aufbricht. durch essen, aufs klo gehen, dinge wo man den bauchmuskel eben anspannt.
toll. das sind also die verfallserscheinungen des körpers.
zum arzt kann ich leider erst in einer woche wieder.
| 22.12.11 11:03 IanStorm 
 | Re: welche methode? Hallo Motoki,
ich stehe im Büro, auf einmal ein Ziehen in der linken Leiste. Ich dachte noch, neiiiinnnn nicht schon wieder. Dann zum HA, Überweisung in die Klinik und der Chefarzt dort meinte ja sie haben einen Leistenbruch links, nicht gerade klein. Und das Beste, rechts auch wieder. Na klasse, rechts den hatte ich gar nicht bemerkt. Rechts war ja auch nach Shouldice vor 16 Jahren schon mal gemacht worden. Nun, kurzum wenn du wirklich beidseitig einen haben solltest und das auf einmal gemacht werden soll. Kannst du es wirklich nur minimal invasiv mit Netzen machen lassen. Nach Shouldice wären es zwei Operationen mit einem Abstand nach der ersten OP. Und wie gesagt die Rezidivrate ist um einiges höher. Und wer braucht das schon ein zweites mal! Wenn alles glatt läuft bei der TAPP oder TEP Methode, versorgen die direkt beide Seiten, du bist am dritten Tag wieder daheim, schonst dich etwas und die Sache ist vergessen. Also kein Drama. Muß ja nicht schief gehen wie bei mir. Ist ja mehr oder minder die Ausnahme. Klar bei Anstrengung kann das weiter aufgehen, da würde ich etwas drauf achten und nicht Gerade 50kg rumschleppen. Man wird halt nicht jünger, lol. Noch was, würde es nicht Ambulant machen lassen.
Gruß
Ian | 22.12.11 16:15 motoki 
 | Re: welche methode? nein, eh nicht. ich habs nicht so eilig mit dem nach hause gehen und schone mich gerne, wenns dafür besser verheilt.
die rezidivraten sind doch eigentlich immer unter 5%...da muss man schon pech haben, wenns dann wieder bricht, oder? | 22.12.11 19:45 IanStorm 
 | Re: welche methode? Hi,
beim Shouldice Verfahren sagte mir der Oberarzt ca. 15 % und bei dem TAPP Verfahren, mit Netze einkleben, so wie sie es bei mir gemacht haben ca. 0,5 %. Soweit ich es in Erinnerung habe.
Gruß
Ian | 22.12.11 21:01 motoki 
 | Re: welche methode?Zitat:
Hi,
beim Shouldice Verfahren sagte mir der Oberarzt ca. 15 % und bei dem TAPP Verfahren, mit Netze einkleben, so wie sie es bei mir gemacht haben ca. 0,5 %. Soweit ich es in Erinnerung habe.
Gruß
Ian
also im internet gehen da die meinungen/statistiken auseinander. zb. laut hernienzentrum.at sind beim shouldice nur 2,7% rezidiv, bei TAPP 2,9%. 15% ist ziemlich viel...allerdings tritt bei 85% kein rezdivfall auf.
| 23.12.11 14:16 IanStorm 
 | Re: welche methode? Guckst Du hier---> http://www.zentrumambulantechirurgie.de/...rnie/index.html
Auszug der oben gennanten Seite: Die Operation nach "Shouldice" war lange Zeit weit verbreitet. Hierbei werden die einzelnen Schichten der Bauchwand dargestellt und z. T. überlappend wieder vernäht. Doch eine z. T. sehr hohe Rezidivrate von bis zu 10 % (damit ist das Wiederauftreten eines erneuten Leistenbruches an gleicher Stelle nach bereits erfolgter Operation gemeint) zeigte im Langzeitverlauf doch sehr unbefriedigende Ergebnisse, weshalb diese Methode heute nur noch für bestimmte Indikationen angewandt wird.
Bei der Operation nach "Lichtenstein" wird im Leistenbereich ein Netz eingesetzt, welches eine flächenhafte Vernarbung bewirkt und somit das erneute Heraustreten eines Bruchsacks verhindert. Dieses Netz besteht aus einem Material, welches seit vielen Jahrzehnten bereits in der Chirurgie angewandt wird. Die Rezidivraten bei dieser Methode sind mit ca. 0,1 % erheblich geringer als bei der Methode nach Shouldice. Da bei dieser Methode die Schichten spannungsfrei vernäht werden, verläuft die Zeit nach der Operation für den Patienten erheblich und signifikant schmerzfreier als bei der Methode nach Shouldice. Auch die Methode nach Lichtenstein wird weltweit z. T. schon seit über 20 Jahren angewandt und ist heute in Deutschland die bevorzugte Operationsmethode.
Die vorübergehend häufiger angewandten endoskopischen Operationsmethoden (über Bauchspiegelung) haben sich im praktischen Ablauf nicht bewährt. Es kam bei diesen Verfahren zu einer höheren Zahl möglicher Komplikationen, ohne dass diese zu einer geringeren Rezidivrate führten. Diese Methoden sind daher nur für wenige besondere Indikationen bevorzugt geeignet.
Interessant oder!?
Gruß
Ian |
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